Ich kann auch anders:

Isabel García im Gespräch mit MEHRWERT (2.Teil)

Das Geheimnis eines guten Gesprächs: Fokussierung auf das Wesentliche und gleichzeitig offen sein für überraschende Wendungen (Isabel García)

Den ersten Teil dieses interviews finden Sie hier.

Ich kann auch anders: Hör mir bitte zu

Im zweiten Teil des Interviews erfahren Sie, wie Sie mit diesem Modell Ihre Stärken bewusst aktivieren können, die schon in Ihnen schlummern. Und wie Sie als erfahrene Führungskraft eine gute Ansprechhaltung für junge Mitarbeiter finden.

MEHRWERT: Um produktiv und vor allem wertschätzend zusammenzuarbeiten, braucht es einen Blick auf Kultur, Generation und Kommunikation. Doch unterschiedliche Wertehaltungen und fehlendes, echtes Interesse am Gegenüber ersticken oft die besten Absichten. Der griechische Philosoph Zenon (um 490 – 430 v. Chr.) sagt sinngemäß, dass zwei Ohren und ein Mund ein klarer Hinweis der Natur sind, dass wir mehr zuhören als sprechen sollten.

Neugier und Interesse am Gegenüber stärken

Wie kommen wir in eine angemessene Ansprechhaltung?

ISABEL: Ganz einfach: Gehen Sie in die Luft. Die Luft ist Neugierde pur und hat immer Interesse. Die Luft steht auch gerne in der zweiten Reihe und hört zu.

Was dazu führt, dass in Schweden (wo viele Geschäftsführer einen hohen Luft-Anteil ausleben) die Führungsebene sich auch für die Meinungen der Auszubildenden und Praktikanten interessiert.

Welche Grundhaltungen und Elemente empfiehlst du erfahrenen Kandidaten (Erfahrungsboomer*, Jahrgänge 1956 – 1965) wenn sie einem jüngeren Personaler gegenübersitzen?

* meine Definition für Babyboomer: Schließlich ist diese Generation erfahren und nicht mehr in den Windeln.

ISABEL: Mehr Luft ausleben, denn die jüngere Generation ist sehr luftig. Wenn Sie die verstehen möchten, dann hilft es, in dasselbe Element zu gehen. Auch Wasser kann helfen, weil es sich mehr für sein Gegenüber als für sich interessiert.

Und welche Grundhaltungen und Elemente empfiehlst du im Gegenzug einem jungen Personaler der einem erfahrenen Kandidaten (Erfahrungsboomer, Jahrgänge 1956 – 1965) gegenübersitzt?

ISABEL: Mehr Erde. Der jüngeren Generation wird häufig vorgeworfen, dass sie zwar kreativ und euphorisch sind, aber eben diese tollen Ideen nicht umsetzen. Mit der soliden Erde beweisen Sie das Gegenteil. Sie strahlen Ruhe aus. Reden nicht so viel. Und wenn Sie etwas sagen, dann ist es gut durchdacht. Hier und da ein bisschen Feuer kann auch helfen, wenn Sie sich selbst verkaufen, um den Funken überspringen zu lassen.

Warum lohnt sich ein Seminar?

Raus aus den Denk- und Sprachschubladen

ISABEL: Im Training üben Sie alle vier Elemente mit den sechs Gesten. Sie spüren am eigenen Leib, wie sich Ihre Mitarbeiter fühlen, die eine andere innere Haltung leben. Das sorgt für Verständnis.

Und die Teilnehmer spüren auch die Schwächen der Elemente, die Sie bisher stark ausleben. Auch dies führt zu einem Umdenken. Es gibt viele Modelle, die nur mit dem Verstand arbeiten. Ich denke allerdings, dass wir etwas viel schneller verstehen, wenn wir es fühlen können. Und mit diesem Modell ist es möglich.

Wie ein kleines Kind, das auf die heiße Herdplatte fasst. Gespürt. Lerneinheit gesichert.

Lohnt es sich für erfahrene Führungskräfte im Gespräch mit jungen Mitarbeitern in die “Luft“ zu gehen? Wie lange dauert es, bis die Übungen sitzen?

ISABEL: Es lohnt sich nicht nur, sondern ist die beste Möglichkeit, um auf Augenhöhe zu kommunizieren. Wie lange es dauert? Manche können es nach ein paar Stunden, manche brauchen ein paar Wochen und manche noch länger. Und dennoch lohnt es sich.

Ich habe diese Technik schon vielen Führungskräften beigebracht, die mir am Anfang einen Vogel gezeigt haben, aber nach kurzer Zeit so begeistert waren, dass sie mich nach zehn Jahren immer noch anrufen und mir vorschwärmen, wie toll es funktioniert.

MEHRWERT: Teamentwicklung für altersgemischte Dream-Teams (z. B. Gen Y/ Jahrgänge 1981 -1994 und GEN Erfahrung/Jahrgänge 1956 -1965) und Generationen-Tandems (erfahrener Mentor/junger Mitarbeiter):

Wie sieht hier der optimale EKT-Trainings-Ansatz aus?

ISABEL: Einfach rein gehen, alles mitmachen und danach über den Aha-Effekt staunen. Dies ist eine Technik, die weniger über den Verstand funktioniert, als mehr über das Erleben.

Probieren Sie es aus und Sie werden begeistert sein.

MEHRWERT: Wissenstransfer zwischen jungen und erfahrenen Mitarbeitern und deren Kompetenz (weiter)entwicklung sind elementare Themen in der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Welche Gesten (emotionale Grundhaltungen) und Elemente sind hilfreich, um vom kostbaren impliziten Wissen* eines erfahrenen Mitarbeiters zu lernen und es miteinander zu teilen?

* (Wissen, das nur im Kopf und Können des Einzelnen steckt und verloren geht, wenn man es nicht kommuniziert)

ISABEL: Alle Elemente und alle Gesten sind wichtig. Denn jeder erfahrene Mitarbeiter ist anders. Und jeden erreiche ich über eine andere Ansprechhaltung.

Haben Sie einen Vorgesetzten, der ungern redet und somit Erde ist, dann gehen Sie in Erde auf ihn zu und fragen ihn etwas. Ohne Schnörkel und nervigen Small-Talk. Haben Sie einen Kollegen, der stark das Feuer auslebt, dann gehen Sie in die Luft und haben Sie Interesse an ihm. Dann wird er Ihnen alles verraten, was Sie wissen möchten, weil er dadurch auf der Bühne steht. Haben Sie einen Vorgesetzten, der stark das Wasser auslebt, dann gehen Sie auch ins Wasser, denn nur dort fühlt sich ein Wasser-Mensch wohl und nur dort möchte er sich gerne unterhalten. Und bei einem luftigen Vorgesetzten, gehen bzw. bleiben Sie in der Luft. Das wird ein spaßiger Austausch.

Und zu den Gesten: Deuten ist das Interesse am Gegenüber. Das wäre somit eine gute Wahl. Oder auch Sympathie.

MEHRWERT: Liebe Isabel, lieben Dank für das Interview und deine Zeit.

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